wB beim 42. Ulzburg Cup in Henstedt-Ulzburg

An diesem Pfingstwochenende machte sich unsere wB auf den Weg nach Schleswig-Holstein, genauer gesagt nach Henstedt-Ulzburg. Dort findet alljährlich das größte Hallenturnier Norddeutschlands statt. Unterteilt nach Schüler- und Jugend Cup werden die Turniere über Himmelfahrt und Pfingsten ausgetragen.

Unsere Bad Girls traten beim Jugend Cup an, denn unsere jungen Damen sind ja bereits in einem jugendlichen Alter. Traditionell eröffnet wird der Ulzburg Cup am Freitagabend mit einer sehr sehenswerten Eröffnungsfeier im „Froschteich“. Eine Trampolin Tanz Gruppe heizte die Stimmung in der Halle mit einer tollen Show an. Das anschließende Einlaufen der teilnehmenden Teams rundete diese sehenswerte Eröffnungsfeier ab.

Am Samstag morgen konnten wir ganz in Ruhe in den Tag starten, da wir unser erstes Spiel erst am Nachmittag hatten. Nach dem Frühstück fuhren wir kurzerhand ins Alstergymnasium um uns vorab schon mal ein Bild von unserer Spielstätte zu machen. Am frühen Nachmittag war es dann auch endlich soweit und wir machten uns auf den Weg zu unserem ersten Spiel. Unsere Gegnerinnen hatten von allen Teams den weitesten Anreiseweg, nämlich aus dem fernen Bangladesch. Das Team von der Viqarunnisa Noon School & College ist nicht zum ersten Mal bei diesem Turnier, bereits seit 2 Jahren treten die Mädels schon beim Ulzburg Cup an. Obwohl es leistungsmäßig vielleicht einen großen Unterschied ergeben würde, war das Zuschauerinteresse für dieses Spiel recht groß. Geleitet wurde das Spiel von den Gastschiris aus Ägypten. Mit Beginn des Spiels wurde schnell klar, dass es eher ein „Freundschaftliches Aufeinandertreffen“ wurde. Unsere Mädels erzielten quasi über jeden Konter ein Tor. Im Gegenzug durften die Mädels aus Bangladesch jeden Angriff äußerst ausgiebig gestalten, ein Zeitspiel oder eine Schrittregel gab es für die Gäste nicht. Die Schiris hatten sogar soviel Mitleid mit dem unterlegenen Team, dass sie Ihnen 7-Meter schenkten und sogar ins Spiel eingriffen, in dem sie Freiwürfe für die Gäste aus Asien ausführten. Und unsere Mädels? Sie verhielten sich wie große Sportlerinnen, äußerst fair ließen sie die mehr als ungleiche Behandlung über sich ergehen. Am Ende fiel der Sieg (16-5) sicherlich um gute 10-15 Tore zu niedrig aus, da die 30 Minuten Spielzeit zu großen Teilen dem Team von der Viqarunnisa School zugesprochen wurde. Mit ungläubigen Kopfschütteln verließen unsere Bad Girls das Spielfeld, denn dieses Ergebnis sollte ja in die offizielle Wertung einfließen. Einige von uns ahnten bereits, dass genau diese Tatsache noch viel Gesprächsstoff im Turnierverlauf ergeben sollte.

Nach zwei Spielen Pause trafen wir dann auf die Mädels von der SG Hamburg-Nord. Es sollte der erste normale Prüfstein für unsere Mädels werden. Unsere schnelle 2-0 Führung konnten die Hamburger Mädels mit einem 2-2 noch ausgleichen, dann jedoch setzten wir uns deutlich ab und konnten das Spiel souverän mit 15-6 gewinnen. Was in diesem Spiel schon mal positiv auffiel, die Abwehr stand wirklich gut. Was nicht ganz so optimal lief, war unsere Chancenverwertung…

Wieder mit zwei Spielen Abstand stand unser nächstes Game an. Und die Gegner, in diesem Fall die SG Alstertal Langenhorn, wurden zunehmend stärker. Und wenn ich stärker meine, dann vor allem körperlich, denn die Alstertaler Mädels hatten schon ein beachtliches Gardemaß und zudem hatten wir sehen können, dass der Ball kein Fremdkörper für sie war. Betrachtete man rein körperlich gesehen die beiden Teams, dann ging der Punkt klar an die SG Alstertal Langenhorn. Aber das kennen wir ja aus so einigen Spielen… Die ersten 15 Minuten waren wie man sie erwarten durfte, die Hamburger Mädels versuchten ihre schnelle und robuste Offensive einzusetzen. Aber unsere Defensive stand wirklich gut und unsere Bad Girls fighteten. Und kam doch mal was durch, vereitelte Sarah mit tollen Reflexen so einige Chancen. In der Offensive kreierten wir Chance um Chance, aber leider wurden zu wenig in Tore umgesetzt. So stand es zur Pause 2-4. Dann zogen die Alstertaler Mädels auch noch auf 2-6 davon und eigentlich war die Vorentscheidung gefallen, als unsere Mädels den Bad-Girls-Kampfgeist rausholten. Es lief ganz einfach; Sarah fing hinten alles weg und vorne holten wir Tor für Tor auf. 6-7 zur Mitte der zweiten Halbzeit. Jetzt war es ein großartiger Fight von beiden Teams. Die letzten 8 Minuten waren an Intensität kaum noch zu überbieten. Mehrmals hatten wir die Möglichkeit auszugleichen, aber es war uns einfach nicht vergönnt. Am Ende verloren wir mit 7-8 gegen eine reine 2002er Mannschaft, der wir alles abverlangten.

Nur ein Spiel Pause stand jetzt an und dann sollten wir gegen die hoch gehandelten Gastgeberinnen, den SV Henstedt-Ulzburg, antreten. Diese hatten Ihr Spiel gegen die SG Alstertal Langenhorn mit 12-9 gewonnen. Jetzt hieß es sich nochmal motivieren und das Letzte für diesen Tag aus sich herauszuholen. Das Interesse an diesem Spiel war sichtlich da (trotz zeitgleichem DFB Pokal Finale). Die Unterstützung für das Heimteam war naturgemäß sehr groß. Unser Trainer Carsten überraschte mit einer veränderten Anfangsformation, die sich dann auch prompt auszahlen sollte, denn bevor die Ulzburger Mädels reagieren konnten, hatte der Ball schon viermal im Netz gezappelt und unsere Bad Girls mit 4-0 in Front gebracht. Dann fingen sich die Turniergastgeberinnen aber und zeigten Ihrerseits eine tolle Moral und holten Tor um Tor auf und gingen sogar mit 6-7 in Führung. Und was dann passierte kann man kaum beschreiben. Sarah avancierte zur schier unüberwindbaren Festung. Eine Wahnsinnsparade jagte die Nächste. Ein Wahnsinnsspiel für die Zuschauer, an Einsatz, Spannung und Dynamik kaum zu überbieten. Und genau jetzt machten wir das, was man in so einer Situation machen muss, wir setzten unsere Chancen in Tore um. Die 9-7 Führung ließen sich unsere Mädels nicht mehr nehmen und brachten das Spiel mit 12-10 nach Hause. Man, das war echt Werbung für ein Handballspiel. Und dennoch wollte keiner so recht jubeln nach dem Schlusspfiff…denn jetzt sollte unser erstes Turnierspiel zum Gesprächsstoff werden. Denn nach Abschluss der Vorrunde waren die ersten 3 Teams punktgleich. Es musste, laut Turnierregeln, die Tordifferenz entscheiden. Aufgrund der Ungleichbehandlung im ersten Spiel fehlten uns 2 Tore zum zweiten und 11 Tore zum ersten Platz.

Unsere Spielführerinnen entschieden sich daraufhin im Anschluss die Turnierleitung aufzusuchen und trugen diese Ungleichbehandlung vor. Das machten sie äußerst respektvoll und fair. Die Turnierleitung war sichtlich überrascht von dieser Ungleichbehandlung und sagte den Mädels zu, sich beraten zu wollen, da sie so einen Fall in dieser Art noch nicht hatten. Es wurde den Mädels zugesagt eine Entscheidung mitzuteilen. Leider mussten die Mädels auf diese Entscheidungsmitteilung bis zum nächsten Nachmittag warten, weil man laut Turnierleitung bis dahin keinen Verantwortlichen von uns erreichen konnte… Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits 2 Spiele an diesem Tag bestritten.

Unsere Mädels vom TSV Rudow waren mehr als traurig und zutiefst enttäuscht, hatten sie doch alles gegeben und den FairPlay Gedanken zu jeder Phase gelebt und an erste Stelle gesetzt. Und trotzdem wurden sie dafür „bestraft“.

Mit einem komischen Gefühl starteten wir am nächsten Morgen zu unserem ersten Platzierungsspiel. Aufgrund der Vorkommnisse vom gestrigen Tag durften wir ja nur noch die Spiele von Platz 9-12 bestreiten. In unserem ersten Spiel trafen wir auf die HSG Pinnau. Dieses Spiel war von der ersten bis zur letzten Minute klar in unserer Hand. Der Sieg in Höhe von 16-6 ging auch so in Ordnung und war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Nun sollte sich entscheiden, um welchen Platz wir im darauffolgenden Spiel antreten dürfen. Gegnerinnen im vorletzten Spiel waren die jungen aber sehr athletischen Damen vom AMTV Hamburg. Und wieder einmal erinnerte das Spiel an David gegen Goliath. Wobei uns wie üblich die Rolle des Davids zuteil kam. Und das Spiel hatte einen mehr als kuriosen Beginn. Zwei Siebenmeter und 2 Großchancen ließen wir sehr fahrlässig aus. Und anstatt mit 4-0 zu führen, denn die Hamburger Mädels hatten bis dato noch keine Chance, netzten die Mädels aus der Hansestadt ihre ersten vier Chancen alle bei uns ein. Rummms…. 0-4. Und von diesem Schockmoment erholten wir uns auch nicht mehr so richtig. Auch wenn wir im Anschluss dann auch mal Tore erzielten, konnten wir den Rückstand nicht mehr entscheidend verkürzen. Am Ende mussten wir uns mit 8-13 geschlagen geben. Verdienter Sieg für die Mädels vom AMTV Hamburg. Das letzte Spiel im Turnier stand nun für unsere Bad Girls auf dem Programm und um den 11. Platz zu erreichen, mussten wir den TuS Aumühle-Wohltorf schlagen.

Unsere schnelle Führung glichen die aus einem Vorort von Hamburg stammenden Mädels schnell wieder aus und gingen sogar ihrerseits mit 4-6 in Führung. Ein paar mahnende Worte von der Bank halfen aber noch mal die letzten Kräfte zu mobilisieren. Nun ging es wirklich fast nur noch über den Kampf. Aber auch damit kann man Spiele für sich entscheiden. Und so belohnten sich unsere Mädels dann noch mal selber. Aus dem zwischenzeitlichen Rückstand machten wir ein 9-6 und gaben diesen Vorsprung auch nicht mehr her. Am Ende stand ein 14-10 auf der Anzeigetafel. Verdienter Sieg zum Abschluss eines kräftezehrenden Turniers.

Am Pfingstmontag verließen wir den 42. Ulzburg Cup mit gemischten Gefühlen. Ein großartiges Turnier mit insgesamt 66 Teams in den Altersklassen A und B. Tolle Stimmung bei den Spielen, fantastische Eröffnungsfeier und eine tolle Organisation. Allerdings mussten wir leidvoll erfahren, dass man auch bei einem zum 42ten Male

ausgetragenen Turnier noch grundlegende Sachen verbessern muss. Dies soll keine Kritik sondern eher ein Hinweis sein, dass die Regeln verbesserungswürdig sind. Wir möchten uns natürlich trotzdem bedanken, dass wir an diesem besonderen Turnier, dem 42. Ulzburg-Cup teilnehmen durften.

Schluss aus und vorbei, 5 Siege und 2 Niederlagen. Tolle Spiele und die Gewissheit mit vielen Teams mehr als mithalten zu können, obwohl mit zu einem großen Teil 2 Jahre jüngeren Spielerinnen angetreten. Das Gesamtfazit kann einfach nur positiv ausfallen. Dieses gesamte Team bei einem Turnier zu begleiten macht einfach nur Spaß und Lust auf mehr…

Sportliche Grüße vom Knipser