Holpriger Saisonstart in OOS beim Rostocker HC

 

 

Zum Saisonauftakt der neu gegründeten wB Oberliga Ostsee-Spree wurde uns gleich mal ein Auswärtsspiel zugeteilt. Aber anders als in den letzten Jahren, hieß das nicht innerhalb Berlins zum Spiel fahren, sondern diesmal durften wir einen Ausflug an die Ostsseküste unternehmen. Bei schönem Wetter ging es in die Hansestadt Rostock, zu den Mädels vom Rostocker Handball Club. In dieser neuen Oberliga erwarten uns dann neben den altbekannten Berliner Vereinen, Füchse und BTSC unter anderem weitere Gegnerinnen aus Schwerin, Neubrandenburg, Frankfurt Oder und Doberlug-Kirchain. Nach knapp dreistündiger Fahrt trudelten alle in der Fiete-Reder-Sporthalle ein und wir konnten uns im Vorfeld unserer Partie noch ein A-Jugend Bundesligaspiel anschauen. Sieht man auch nicht jeden Tag. So war die Wartezeit kurzweilig.

Die Mädels vom Rostocker Handball Club sind für uns ein eher unbeschriebenes Blatt, dementsprechend neugierig waren alle auf das erste Spiel. Der Kader der Gastgeberinnen ist auf dem Papier ähnlich jung (viele 03 und 04er), wie der unseres Teams und so waren alle voller Vorfreude und Neugier.
Doch manchmal verbindet sich Neugier mit Aufgeregtheit und genauso kann man wohl den Anfang der Partie beschreiben. Beide Teams waren sichtbar nervös. Beim Stand von 1-3 für unsere Rudower Mädels hatten beide Mannschaften schon diverse Fehlwürfe hinter sich. Nach 13 Minuten Spielzeit konnten wir uns dann ein kleines Polster verschaffen und führten mit drei Treffern (4-7). Doch die Chancen den Vorsprung auf 5 Tore oder mehr auszubauen, vergaben wir unter anderem mit zwei Siebenmeterfehlwürfen. Danach waren wir kurioserweise völlig von der Rolle, gaben das Spiel aus der Hand und kassierten völlig unnötige Tore. Kurz vor der Pause mussten wir sogar erstmalig einen Rückstand hinnehmen (9-8). Als der Halbzeitpfiff ertönte, stand zumindest 9-9.
Was auch immer Coach Carsten den Mädels dann in der Kabine gesagt haben muss, es schienen wohl die richtigen Worte gewesen zu sein. Wie verwandelt kam das Team zurück auf die Platte und zeigte zum ersten Mal in diesem Spiel, was sie eigentlich können. Jetzt war in der Offensive wirklich Zug zu erkennen, schöne Kreiszuspiele und das Tor wurde auch getroffen. Die Abwehr stand jetzt gut und so konnten wir uns nach 10 Minuten in der zweiten Halbzeit absetzen und die Führung auf 12-18 erhöhen. Aber wie schon in der ersten Hälfte stellten wir aus schier unerfindlichen Gründen nun das Handballspielen ein. Die Heimmädels durften plötzlich schalten und walten wie es Ihnen beliebte. Tor um Tor verkürzten sie den Rückstand. Aber es war beileibe nicht so, dass wir keine Chancen im Angriff hatten, denn die waren en masse vorhanden, nur nutzten wir diese quasi nicht mehr. Und dann kam es wie es kommen musste, eine Minute vor dem Schlusspfiff führten wir nur noch mit einem Treffer. Die letzte Aktion der Gastgeberinnen brachte Ihnen mit der Schlusssirene einen Siebenmeter, den sie auch einnetzten.
20-20 stand somit am Ende auf der Anzeigetafel in einem durchweg fairen Spiel, wo die gut pfeifenden Schiris keine Probleme mit der Leitung des Spiels hatten. Unsere Mädels und auch der kleine Anhang auf der Tribüne waren nach der Partie sichtlich niedergeschlagen und auch ein bisschen fassungslos. In das Gepäck mit nach Berlin konnte leider nur ein Punkt eingetütet werden, da war deutlich mehr drin gewesen. Unser Kompliment geht trotzdem an die aufopferungsvoll kämpfenden Rostocker Mädels und den zu jederzeit fairen Rostocker Anhang.
Kopf hoch Rudower Mädels, denn nach dem Spiel ist ja bekanntlich vor dem nächsten Spiel. Und das findet am nächsten Sonntag gegen den VfB Doberlug-Kirchhain statt.

 

Sportliche Grüße vom Knipser