Mit Kampf, Ehrgeiz und Glück zur weißen Weste

Am Samstag stand das Neukölln-Derby an, HSG Neukölln gegen TSV Rudow, der Erste gegen den Vorletzten. Die Vorzeichen waren klar, wir müssen das Spiel gewinnen und das auch in der Souveränität, in welcher wir die ersten 3 Ligaspiele bestritten hatten. Wir hatten jedoch mit Personalproblemen zu kämpfen, mit N. Vergin und D. Röder fehlten zwei Spieler im Kader, die schon einen Unterschied ausmachen können und vor Anpfiff die Hiobsbotschaft, dass unser einziger nomineller Mittelmann im Kader, P. Krüger wegen Rückenproblemen nicht spielen kann.

Das Spiel begann für uns denkbar schlecht, zwar warfen wir das erste Tor im Spiel, doch schnell stand es 5:1 für die HSG (8. Spielminute). Vorne fehlte uns Tiefe im Spiel, hinten bewegten wir uns zu viel links-rechts und ließen die Heimmannschaft zu dicht auf die Abwehr kommen. Beim 9:4 in der 14. Spielminute warf Coach J. Bädelt folgerichtig die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Effekt hatte diese Auszeit aber überhaupt nicht. Die Umstellung auf 2 Kreisläufer in der Offensive brachte keine Wende. Weder vorne noch hinten wurden wir besser. Neukölln spielte nicht überragend, aber 3 Klassen besser als wir. In der 22. Spielminute sollte die höchste Differenz auf der Anzeigetafel der ersten Halbzeit stehen – 13:4. Minus 9 Tore, das muss man erstmal aufholen. Ein richtiges Aufbäumen war nicht zu erkennen, aber wir steigerten uns ein wenig. Bis zur Pause konnten wir auf 16:9 verkürzen.

Die Stimmung auf der Tribüne war getrübt, doch das zarte Warmmachen von P. Krüger gab den vielzähligen Gästefans Hoffnung. In die zweite Halbzeit gingen wir dennoch erstmal ohne ihn. Leider ohne Erfolg, das Bild blieb unverändert. Der Satz von oben passte leider immer noch – vorne fehlte uns die Tiefe im Spiel, hinten standen wir zu defensiv und passiv. In der 38. Spielminute wurde die Führung für die HSG zweistellig – 22:12. Zu diesem Zeitpunkt brauchte es langsam ein Wunder, damit wir hier noch was Zählbares hätten mitnehmen können. Doch dann kam P. Krüger auf die Platte. Die erste Aktion zeigte, warum er unverzichtbar ist und, dass gegen diese Heimmannschaft noch was drin ist. Mit ungemeiner Souveränität ging er immer wieder ins 1:1, fand die Mitspieler und brachte die Defensive der Neuköllner ins Schwitzen. Dazu blühte C. Köhler offensiv auf und zeigte eine überragende Leistung, immer wieder fand er den Weg ins Tor mit einfachen Rückraumwürfen.

Doch die Defensive blieb unsere Problemzone, wir bekamen einfach keinen Zugriff auf die Neuköllner und so machte sich unser offensiver Aufschwung nicht auf der Anzeigetafel bemerkbar. Bis zur 46. Spielminute blieb das Spiel im bisherigen Verlauf und wir konnten uns nicht wirklich ran arbeiten. Dann aber kam N. Janku immer besser ins Spiel, wir kämpften uns Tor für Tor ran. Die Tribüne fing an immer lauter zu werden und an das Comeback zu glauben. Es begannen 10 Spielminuten, in denen wir uns kein Gegentor fingen, vorne glänzten wir immer noch nicht, aber durch Kampfgeist, Glauben und dann auch endlich die Klasse, stellten wir eine gute Defensive. Dia Timeoutkarte des Heimtrainers fiel beim Stand von 25:24 und nach einem 0:6 Lauf viel zu spät. Das Momentum war längst auf unserer Seite und so hatten wir die Chance das erste Unentschieden seit dem 1:1 in der 5. Spielminute zu erzielen.

Als P. Krüger 27 Sekunden vor Schluss das entscheidende 27:29 wirft, war die Tribüne kaum noch zu halten. Die 2 Punkte wandern mit nach Rudow und wir gewinnen nach einer unglaublichen Willensleistung das Neuköllnderby. Die Matchwinner in diesem Spiel ist schnell gefunden. P. Krüger spielte nicht sein bestes Spiel, aber nur durch seine Hereinnahme in der Offensive bestand die kleine Möglichkeit, dass wir das Spiel noch gewinnen können. C. Köhler kommt nach seiner langen Verletzung immer besser rein und steht mit 6 Toren in der zweiten Halbzeit sinnbildlich für die offensive Leistungssteigerung nach der Pause. Aber auch N. Janku in der Schlussphase im Tor und die gesamte Moral in den letzten 15 Minuten sind wichtige Faktoren, welche die Weichen für den Sieg gestellt haben.

Erneut dürfen wir euch, unsere Fans, nicht vergessen. Ohne die unglaubliche Stimmung, die von euch auf der Tribüne gekommen ist, würden wir nicht bei 8:0 Punkten auf Platz 1 stehen. Danke!

Der Kader

V. Scharfenberg (13.-35. – 4 Paraden), N. Janku (1.-12. & 35.-60. – 11 Paraden)

J. Hauschild (2 Tore), A. Brandt, P. Brunk, C. Köhler (8), N. Silbernagel (5), P. Krüger (3), M. Schleiden (2), D. Henze, G. Anthony (4), F. Buchwald (1), N. Runge (4)

Das Team

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