wD – Wismar Junior Cup 2017

An diesem Wochenende war es endlich soweit. Nachdem wir die Meisterschaft als auch den Pokal 2017 gewonnen hatten, wollten wir an diesem Wochenende natürlich sehen, wo wir im Vergleich zu dem anderen Bundesländern stehen. Hierzu gibt es in der D-Jugend die Nord-Ost-Deutsche Bestenermittlung, an der alle neuen Bundesländer nebst Wismar teilnehmen.
Am Freitagnachmittag traten also diverse Eltern die Reise mit insgesamt 13 Spielerinnen nach Wismar an. Während einige aufgrund von Brückentagen an den Schulen bereits morgens starten konnten, zogen andere eine intensive Erkundungsfahrt der A 10 rund um Michendorf vor. Aufgrund einer Vollsperrung war man die ersten 2 Stunden sehr spritsparend unterwegs. Gegen 19.30 Uhr trafen dann endlich alle in der Jugendherberge ein und fielen über die Reste des Abendessens her.
Die Mehrheit der mitgereisten Eltern hatte im „Schwedenhaus“ eingecheckt und machte sich nun auf die Nahrungssuche im Umkreis. Erstaunt stelle man fest, dass sich die Wismarer Gastronomie über mangelnde Kundschaft nicht beklagen musste. Letztlich fanden wir doch noch ein sehr nettes Restaurant um den Abend ausklingen zu lassen.
Am Samstag ging es dann als Erstes zur Begrüßung aller Mannschaften. Anschließend wieder in die Autos, um zur zweiten Spielstätte nach Dorf Mecklenburg zu gelangen. Schließlich sollte unser erstes Spiel bereits in 60 Minuten starten. Alles klappte reibungslos, sodass noch ausreichend Zeit zum Aufwärmen blieb.
Die erste Begegnung traten wir gegen Halle-Neustadt, den Vizemeister aus Sachsen-Anhalt an. Wir starteten konzentriert ins Spiel und konnten uns schnell mit einigen Toren absetzen. Die erste Nervosität legte sich und wir ließen keinen Zweifel daran aufkommen, hier die ersten 2 Punkte einzustreichen. Der Endstand lautete 13:5 aus Rudow-Sicht.
Als nächstes durften wir uns gegen unsere Nachbarn aus Brandenburg beweisen. Hier hatten wir bereits zu Beginn der Saison eine Begegnung in Erinnerung, welche wir deutlich zu unseren Gunsten verbuchen konnten. Der Start gelang dieses Mal nicht ganz perfekt, sodass wir kurzzeitig in Rückstand gerieten. Beim Stand von 2:2 hatten wir uns gefangen und bauten unseren Vorsprung weiter kontinuierlich aus. Der Endstand lautete 17:7.
Im dritten Spiel erwartete uns der Vizemeister aus Thüringen. Aus den beobachteten Begegnungen war erkennbar, dass sich die Gegenwehr in Grenzen halten würde. Es konnte also fleißig gewechselt werden. Auch wenn wir nie wirklich in Bedrängnis gerieten, war der Spielfluss auf Rudower Seite noch ausbaufähig. Aber schließlich gab es keine Haltungsnoten. Das Ergebnis zählte und war mit 12:6 auch nicht zu beanstanden.
Nach der etwas längeren Mittagspause ging es nun gegen den Sachsenmeister, der in diesem Jahr nicht Leipzig hieß. Die lieblich klingenden „Rödertal Bienen“ wollten uns die 2 Punkte nicht ganz kampflos überlassen. Im Vergleich zu den ersten Spielen hatten wir nun einen sehr agilen Gegner, der uns die volle Konzentration abforderte. Auch wenn wir uns zwischenzeitig mit 4 Toren absetzen konnten, schafften wir es nicht den Sack zuzumachen. Die quirligen Bienen kämpften sich vom komfortablen 9:5 auf ein knappes 9:8. Der Schlusspfiff kam genau zur rechten Zeit. Aber schließlich hatten wir es heute auch nicht mit Fallobst sondern den Meistern und Vizemeistern der jeweiligen Bundesländer zu tun.
Das letzte Spiel sollte nun das schwerste des Tages werden. Es erwartete uns der Meister aus Mecklenburg Vorpommern „Fortuna Neubrandenburg“: Zum einen hatte uns die körperliche Präsenz der Gegner aus den beobachteten Spielen beeindruckt und außerdem waren die Kraftreserven bereits ein wenig angegriffen. ‚Ähnlich wie im Spiel zuvor, gelang es uns auch hier die ersten entscheidenden Tore zu erzielen und die Führung zu übernehmen. Parallel hieß es nun ackern, ackern, ackern, um die körperlich und technisch starken Gegnerinnen vom eigenen Tor fernzuhalten. Manchmal gelang dies nur in etwas robuster Manier, was einen 7m gegen uns zur Folge hatte. Zur Halbzeit stand es 4:4. Alles war offen. Die zweite Halbzeit gelang ebenso hart umkämpft. Nach mehrfachem Ausgleich durch Neubrandenburg gelang uns schließlich 2 Minuten vor Schluss eine 2-Tore-Führung. Das sollte doch
reichen. Leider gelang den starken Mädels aus Neubrandenburg sowohl der Anschlusstreffer als auch der Ausgleichstreffer kurz vor Schluss, sodass wir aus diesem Spiel nur einen Punkt in den morgigen Tag retten konnten.
Nun hieß es, ab in die Unterkunft zum Abendessen und Kräfte sammeln für den nächsten Tag. Die Betreuer hatten an diesem Abend keine große Mühe die Mädels ins Nachtlager zu schicken.
Am nächsten Tag erwarteten uns dann noch die besten 3 Mannschaften aus Gruppe A. Diese hießen Frankfurter HC, HC Leipzig und TSC Berlin.
Von Platz 1-6 war noch alles offen.
Zu Beginn des Tages schauten wir uns die Begegnung FHC ./. Neubrandenburg an und mussten mit ansehen, dass der FHC, Neubrandenburg mit 16:3 aus der Halle schoss. Dies erhöhte ein wenig den Respekt gegenüber dem FHC. Wie wir aber an diesem Tag erneut feststellen durften, lassen sich Kreuzvergleiche nur sehr begrenzt zur Einschätzung des Gegners verwenden.
Unser erstes Spiel startete gegen Leipzig, den Vizemeister aus Sachsen. Den Meister hatten wir ja schon geschlagen. Anders als gestern, starteten wir jedoch nicht selbstbewusst genug in das Spiel. Vor wenigen Wochen mussten wir uns in Schwerin bereits dem HC Leipzig deutlich geschlagen geben und schafften es nicht den Kampfgeist auf die Platte zu bringen.
Die Nervosität war spürbar. Es gelangen keine brauchbaren Aktionen in der Offensive und in der Defensive schafften wir es auch nicht, als Mannschaft zu agieren. Dennoch ließ der Halbzeitstand mit 2:4 noch auf Besserung hoffen. Erwähnenswert allerdings, dass die beiden einzigen Tore durch 7m erzielt wurden. Im weiteren Spiel wollte einfach nichts gelingen. Die Versuche nach vorne zu wenig kreativ und nicht energisch genug. Die Körpersprache sagte einfach alles. Beim Stand von 3:11 wurden wir erlöst. Auch wenn Leipzig an sich kein Gegner war, den wir an guten Tagen nicht besiegen konnten, trennten uns heute Welten. Kein optimaler Start in den Tag aber der 3. Platz war noch realistisch.
Nun ging es gegen den wohlbekannten TSC. Der Gegner aus vielen Begegnungen sehr gut einschätzbar, sollte doch hier der 3 Platz manifestiert werden. Auch wenn wir in der ersten Hälfte einige Schwierigkeiten hatten uns abzusetzen, gelang uns dies in der zweiten Halbzeit umso besser. Wir starteten mit einem 5:0 Lauf und klärten die Fronten. Das Spiel endete 9:4. Jetzt musste nur noch Leipzig gegen die „Bienen“ gewinnen und der 3. Platz war safe. Geschafft!!!
Nun das letzte Spiel gegen den FHC. Unbestätigten Angaben zufolge spornten sich einige Frankfurterinnen an, dieses Spiel doch mal zu „0“ zu gewinnen. Wohlgemerkt, die Platzierungen standen bereits fest, unabhängig vom Spielausgang. Vielleicht war es genau dieser Umstand, der unsere Mädels nun so befreit aufspielen ließ. Entgegen der sonstigen FHC-Begegnungen vergingen mehr als 3 Minuten bis das erste Tor fiel. Jedoch auf Rudow-Seite. Das 2:0 folgte kurz darauf. Zur Halbzeit stand es 3:1. Der Kampfgeist war wieder da. In der Abwehr agierten wir mit vollem Körpereinsatz und zeigten echtes Teamwork. In der Offensive gelang es uns aufgrund der Frankfurter Abwehr zwar selten Tore aus dem Spiel zu erzielen, jedoch gelang es den Frankfurtern immer häufiger nur noch unseren Drang zum Tor durch ein Foul zu unterbinden, welches einen 7m für uns zur Folge hatte. Das Spiel endete mit einem verdienten 9:4. Dies war sicher nicht das schönste, jedoch ehrgeizigste Spiel. Trotz Sieg über Frankfurt bleiben wir 3. und Frankfurt wurde Turniersieger. Dieser Sieg war genau der richtige Abschluss und zeigte, dass wir auch mit allen anderen Landesmeistern mithalten können.
Das heutige Turnierergebnis war der verdiente Abschluss für eine tolle Saison in der D-Jugend. In diesem letzten Jahr habt ihr als Mannschaft eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen, auf die man stolz sein darf. Ihr seid klasse. Macht weiter so.
Es spielten: Alina K., Alina S., Caro, Emi, Jamie, Jolina, Lucia, Nia, Nilay, Philina, Ryleene, Sarah, Sese.


Ingo