Trainingslager in Naumburg, ackern wie die Profis!

TRAINING ist eine sich systematisch wiederholende Ertüchtigung mit dem Ziel, die körperliche, kognitive und emotionale Konstitution in der Weise zu verbessern, dass eine erhöhte Leistungsfähigkeit in der jeweiligen Sportart resultiert. Als Trainingslager werden Aufenthalte bezeichnet, in denen sich Sportler intensiv auf einen bevorstehenden Wettkampf vorbereiten….

 „Okay, das wollen wir auch“, dachte sich Wolfram Pemp, weiblicher Jugendwart des TSV Rudow Berlin. Überreden musste er seine Trainer-Kollegen nicht. Schnell wurde der Ferien-Knaller in Naumburg geplant. Keine schlechte Adresse, denn im „Euroville“ in Sachsen-Anhalt machen sich Jahr für Jahr die Füchse-Bundesliga-Profis in ihrer Vorbereitung fit für die Saison.

Sechs Trainer und 33 Spielerinnen (D bis B-Jugend) checkten am 28. August bestückt mit Rollkoffern, Rucksack, Handball und voller Neugier ein. Für den TSV Rudow war die „Finnenhütte“ reserviert. Das ganze Team in einem Haus – stark! Geschlafen wurde in Vier-Bett-Zimmern und Etagenbetten. Nele (wD2) suchte die Gemeinschafts-Toilette und staunte beim Blick in ihr Zimmer: „Wow, das Klo ist ja in unserem Zimmer. Hey, Leute! Wir wohnen in einem Hotel.“

Vier Tage Handball pur, das war nicht nur für die Mädchen (von 10 bis 15 Jahre) intensiv, sondern auch für das Trainer-Team (Wolfram Pemp, Andy Greissel, Jesper Köppen, Carsten und Pascal Krüger und Ulli Krieger) ein Mega-Kraftakt. Die Coaches wollten nichts auslassen und den Mädels (für viele war es das erste Trainingslager in ihrem Leben) alles bieten, was es an Action vor Ort zu holen gab. Abgearbeitet wurden pro Tag zwei Handball-Trainingseinheiten. An der Lauf- und Sprungtechnik wurde mit einem kleinen Leichtathletik-Programm gefeilt. Ganz-Körper-Training erledigte die Rudower-Truppe an der Kletterwand, eine zweistündige Spaß-Einheit lief im Schwimmbad mit Riesenrutsche. Durchhaltevermögen wurde mit einer Wanderung zum Naumburger Dom (hin- und zurück 6 Kilometer) getestet, die Lachmuskeln trainierten die großen und kleinen Mädels beim Teambuilding a la Pemp. Auch einen Handball-Quiz und Pantomime-Abend erledigten die Damen mit Bravur. Trotz Hitze und Erschöpfung waren alle aufmerksam und fleißig bei den Theorie-Taktik-Schulungen dabei. Laura (wC2) staunte über die Video-Leinwand: „Das ist ja wie bei den Profis.“

Ein ungewohntes Highlight für die Hallensportler war ein Gelände-Handball-Biathlon. Eingeteilt in fünf Staffel-Teams (Jahrgänge bunt gemischt) mussten die Girls eine Hindernis-Strecke bewältigen, an verschiedenen Stationen Denk-Sport-Aufgaben lösen (wie Sudoku, Logik-Rätsel, Krimi-Texte, Fähnchen zählen), war das geschafft, wartete am Ende noch das Zielwerfen. Wie beim richtigen Biathlon wurde jeder „Fehlschuss“ mit einer Strafrunde bestraft. Vivian (wC1) lacht: „Coole Idee, aber meine Rechenaufgabe war einfach nur schrecklich, schon beim Laufen habe ich gebetet – alles nur nicht Mathe.“

Dass der weibliche Nachwuchs nicht nur sportlich voll auf Kurs ist, bewiesen die jungen Damen in einer ganz anderen Disziplin. Vom Trainer-Team gab es am ersten Tag fünf Überraschungstüten, gefüllt mit Bastelmaterial, daraus sollten die Teams zum Motto „Trainingslager TSV Rudow“ etwas gestalten. Trainer Carsten Krüger: „Mit Jungs, hätten wir so etwas nicht machen können. Aber hier kamen am Ende erstaunliche Exponate heraus. Toll zu sehen, wie viel Kreativität in unseren Sportler-Mädels steckt und wie viel Mühe sie sich gegeben haben.“

In Naumburg lief alles rund, wie der Ball. Das Wetter war der Hit (Sonne und immer über 25 Grad), wie die 33 Mädchen. Kleinere Aufreger wie Heuschrecken, Käfer oder Spinnen im Zimmer, wurden durch „Trainingslager-Mama“ Ulli umgehend entfernt, so hatte jede Handball-Dame auch genügend Zeit zum Schlafen und zur Regeneration.

Die älteste Teilnehmerin, Elaine (wB), fasst zusammen: „Danke an die Trainer für die abwechslungsreichen Trainingseinheiten.“ Die Jüngste, Katharina (wD2): „Ich hoffe, nächstes Mal kommen mehr aus meiner Mannschaft mit, dann dürfen wir vielleicht auch ein Testspiel gegen ein Team aus Naumburg machen. Das wäre cool. Gefallen hat uns alles.“

Trainingslager-Chef Wolfram Pemp ergänzt: „Die Unterkunft und das Essen waren super, das ganze Personal von Euroville freundlich, sehr flexibel und tiefenentspannt. Jeder Extrawunsch wurde uns erfüllt. Das war sehr angenehm. Und wir wissen schon jetzt, wir wollen nächstes Jahr wiederkommen.“

Und die 33 Mädels wünschen sich für das Trainings-Camp 2018: „Eine eigene Zimmereinteilung, mehr Freizeit und einen Masseur.“

Wolfram Pemp: „Okay, das nehmen wir so mal auf, versprochen ist da natürlich noch nichts.“

 

Euer Trainerteam