wC I – Der HSV Super-Cup in Minden

Nachdem wir bereits am 02.01.2018 am Neujahrsturnier in Schwerin teilgenommen und einen beachtlichen 3. Platz erkämpft hatten, starteten wir am Freitag, den 05.01.2018 mit vier Autos in Richtung Minden. Die jeweiligen Shuttles trafen zwischen 18.00 – 19.30 Uhr in Minden ein, sodass wir noch gerade rechtzeitig, das leckere Abendessen der Jugendherberge genießen durften. Es gab Pasta-Buffet, also genau die richtige Grundlage für das anstehende Turnier.

Bei diesem Turnier handelte es sich um ein Einladungsturnier mit 12 Mannschaften, an welchem nur Meister und Vizemeister der jeweiligen Landesverbände teilnahmen. Umso größer war unsere Freude, dass auch wir unter den Teilnehmern sein durften.

Besser geht’s kaum: Beim Supercup des HSV Minden-Nord spielt die Elite der deutschen C-Mädchen. Dies war die Original-Headline des Mindener Abendblatts vom 06.01.2018

Auf die Mädels hatte das Teilnehmerfeld einen etwas einschüchternden Effekt. In Berlin wusste man wo man stand, aber im bundesweiten Vergleich fiel die Einschätzung doch etwas schwerer. Das Trainerteam tat jedenfalls sein Bestes um das Selbstbewusstsein der Truppe zu stärken.

Die Rahmenbedingungen waren wirklich gut. Unser erstes Spiel war am Samstag erst um 11.45 Uhr gegen Schwerin angesetzt, die wir vor wenigen Tagen gerade mit 11:7 deutlich besiegen konnten. In der Praxis nutzte uns dies leider wenig. Das Spiel startete sehr nervös, sodass wir schnell mit 2 Toren im Rückstand lagen. Die technischen Fehler aus sonst 4 Spielen verbrauchten wir heute im ersten Spiel. Fehlpässe, übertreten und zu wenig Initiative in der Abwehr kennzeichneten dieses Spiel. Nachdem wir lange Zeit dem Rückstand hinterhereilten, schafften wir noch ein versöhnliches 7:7 Unentschieden. Abhaken und weiter geht’s. Die zweite Partie der Vorrunde ging gegen Aachen, den Vizemeister vom HV Mittelrhein. Auch wenn wir die Partie die ganze Zeit dominierten, blieben wir noch immer weit unter unseren Möglichkeiten. In der Abwehr waren wir häufig einen Schritt zu langsam und kassierten einige 7m und im Angriff fehlte die Abwechslung. Aber egal. Gewonnen ist gewonnen. Aufgrund des schlechteren Torverhältnisses waren wir Gruppenzweiter und mussten zur Strafe 3 Stunden pausieren.

Um 16.50 Uhr stiegen wir gegen den Gastgeber Minden in den Ring. In diesem Spiel kamen unsere Mädels erstmals richtig in Schwung. Die Abwehr war beweglich und auf einmal passierten auch weniger technische Fehler. Es flutschte einfach. Wir kassierten zwar eine fragliche Zeitstrafe, die mit 2 Minuten bei 20 Minuten Spielzeit schon wehtat, verkrafteten diese aber dennoch gut und konnten das Spiel mit 14:8 (6:4) beenden. Ein toller Tagesabschluss, der Lust auf den nächsten Tag machte.

Das nächste Spiel der Hauptrunde am Samstag um 10.15 Uhr, sollte über unseren Einzug ins Halbfinale entscheiden. Der Gegner hieß JSG Buchberg und trat als Meister des HV Hessen an. Aus den bisherigen Beobachtungen eine machbare Aufgabe. Unser Gegner kochte schließlich auch nur mit Wasser. In der Praxis ließen wir wichtige Chancen verstreichen und verloren dieses Spiel im Wesentlichen in der Abwehr mit 4:7 (2:5). Vorne agierten wir nur noch über die beiden Außen, deren Würfe häufig von der Torhüterin entschärft wurden. In der zweiten Halbzeit hatte sich unsere Abwehrleistung zwar deutlich verbessert, jedoch reichte es nicht mehr um den Rückstand von 2 Toren zu egalisieren. Hinzukam, dass die Schiris großzügig drei 7m gegen uns pfiffen und die Nerven einfach blanklagen.

Glücklicherweise hatten wir aufgrund der anderen Begegnungen dennoch das Halbfinale erreicht und sollten eine zweite Chance bekommen.

Im Halbfinale erwarten wir die Mädels der Sportschule des FHC. Kurioserweise wollten weder wir gegen Frankfurt spielen noch Frankfurt gegen uns. Aber wir sind ja hier nicht beim Wunschkonzert. Der FHC war ähnlich wie wir, auch mit vielen Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs versehen, sodass man sich zwangsläufig an die Begegnung der D-Jugend in Wismar erinnerte. Hier konnten wir uns nach einer spannenden Partie durchsetzen.

In diesem Spiel waren wir von Beginn an hellwach und bereit die Herausforderung anzunehmen. Wir konnten uns relativ schnell einen 2-Tore-Vorsprung erarbeiten. Jetzt waren die Kampfgeister geweckt. Auch wenn Frankfurt den größeren Fanblock hatte, ließen wir uns das Zepter nicht mehr aus der Hand nehmen. Mehrfach scheiterte Frankfurt an einer glänzend aufgelegten Sarah, sodass die Nerven dieses Mal auf Seiten der Gäste blanklagen. Mit einem komfortablen 3-Tore-Vorsprung sicherten wir uns das Ticket fürs Finale.

Nachdem wir am Vormittag fast das Halbfinale verpasst hätten, war nun alles machbar. Beim Aufwärmen für das Finale sah man nun immer wieder einen verstohlenen Blick auf den zugegebenermaßen riesigen Wanderpokal. Einmal anfassen bitte…

Im Finale trafen wir also erneut auf das Team der JSG Buchberg.

Kurz nach Beginn der Partie war klar, dass ein völlig gewandeltes Rudow-Team auf der Platte stand. Da war nichts mehr von der schüchternen Zurückhaltung in der Abwehr zu spüren. Die Körpersprache sprach Bände und sagte: „Den Pokal nehmen die Berliner mit.“

Auch unsere Gegnerinnen spürten, dass wir auch mental in Höchstform waren. Das eine oder andere Mal erhob sich die Hand des Schiedsrichters zum „Passiv-Spiel“ der Buchberger. Sollten es die Buchberger doch einmal zum Wurf schaffen, scheiterten sie an unserer Torhüterin. Von Beginn an dominierten wir das Spiel und setzten uns schnell zum 3:0 ab. Zur Halbzeit verbuchten wir das 7:3 zu unseren Gunsten. Nun sollte nichts mehr anbrennen. Nach einem souveränen Finale beendeten wir das Spiel beim Stand von 11:7.

In der heutigen „Finalform“ habt ihr bewiesen, dass ihr im bundesweiten Vergleich zu den besten Mannschaften Deutschlands zählt. Darauf darf und soll man auch ein wenig stolz sein. Ihr seid echt ein cooles Team.

Zum krönenden Abschluss wurde noch unsere Sarah verdient zur besten Torhüterin des Turniers gewählt. Das absolute Sahnehäubchen setzte dann die Siegerehrung auf, in welcher ein gigantischer Wanderpokal sowie EUR 150,– Preisgeld überreicht wurden. Während der Pokal noch kursiert, ist der Großteil des Preisgeldes im Mindener Mc Donalds verblieben. Die Hamburger schmeckten heute einfach noch besser.

Zum Schluss gilt natürlich unser besonderer Dank dem Veranstalter dieses tollen Turniers. Ihr habt hier wirklich keine Mühen gescheut um optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Ganz großes Kino. Gerne kommen wir im nächsten Jahr wieder nach Minden.

Es spielten: Alina, Caro, Hannah, Jana, Kim, Michelle, Milena, Ryleene, Sarah, Soso, Vivian,

Sportliche Grüße

Ingo