Alte Herren sind Ü40 Ostdeutscher Meister 2016

Was soll ich sagen, wir haben das Ding gerockt. Am Ende als Gewinner des Turniers dürfen wir uns nach 2014 erneut Ostdeutscher Meister der Ü40 Handballer nennen. Und so viel darf ich sagen, es war ein hartes Stück Arbeit … für die, die im Grunde schon überlegen, wie sie ihre Altersteilzeit am sinnvollsten beantragen.

Doch der Reihe nach: Wir versammelten uns hochmotiviert und teilweise sogar ausgeschlafen um 8:30 vor der altehrwürdigen Sporthalle am Tor II in Premnitz, in der schon so einige hochkarätige Sportveranstaltungen ausgetragen wurden und die ihren 60-Jahre Charme bis zum heutigen Tage nicht verloren hat. Gut, die Kabinen waren jetzt etwas klein, aber ich glaube damals waren die Sportler und vor allem deren Sporttaschen auch noch nicht so groß. Fakt ist, wir haben nicht alle reingepasst. 16 Spieler plus Betreuerstab, das ist zu viel für 5 m². Also etappenweises umziehen oder ausweichen auf die Schiedsrichterkabinen. Geht alles, irgendwie. Und macht ja auch Spaß, wenn man mit dem einen Fuß in der Sporttasche des Kameraden zur Rechten steht während dein Nachbar zur Linken dir gerade versucht seinen rechten Socken über die Hand zu ziehen. Natürlich unabsichtlich.

Wie auch immer, nachdem wir uns aus der Kabine gepellt hatten, war auch klar wer unsere Gegner in der Vorrunde sein werden. Fortuna Neubrandenburg 50 (Mecklenburg-Vorpommern) und der Gastgeber und zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Ostdeutsche Meister, die SG Westhavelland (Brandenburg). In der anderen Gruppe knobelten Motor Arnstadt (Thüringen), EHV Aue (Sachsen) und MTV Altlandsberg (ebenfalls Brandenburg) die jeweiligen Halbfinalisten unter sich aus.

Erstes Spiel gegen Neubrandenburg und wie vom Chefkoch gefordert, hochkonzentriert, damit wir gut ins Turnier starten. War dann auch so, zumindest in Halbzeit 1. Am Ende stand ein 13:10 auf der Tafel und damit ein Pflichtsieg, wollte man mehr erreichen als nur Platz 5. Wir hatten nun 2 Stunden Pause. Und das ist hart. Der Körper denkt ganz automatisch, dass er Feierabend hat und fährt seine Schmierstoffe in die Vorratsbehälter zurück. Das kann man gar nicht verhindern, ich hab’s versucht, klappt nicht. Also nach 2 Stunden das zweite und auch letzte Spiel der Gruppenphase gegen sie SG Westhavelland. Neubrandenburg hatte gegen selbige in der Zwischenzeit verloren und somit war klar, dass wir bereits im Halbfinale standen. Auch ohne einen Sieg, hier ging es also nur darum, ob dann der Gegner Aue oder MTV Altlandsberg heißt. Die Gastgeber gingen motiviert ins Spiel, hochmotiviert würde ich mal sagen. Zur Halbzeit war toretechnisch alles ausgeglichen (3:3), bei den Zeitstrafen und roten Karten hatte Westhavelland klar die Nase vorn. In der zweiten Halbzeit haben wir dann etwas die Linie verloren und der Gastgeber konnte das Spiel mit 9:4 für sich entscheiden. Wichtige Randnotiz, keiner hatte sich bei dem Spiel verletzt. Keine Selbstverständlichkeit.

Im Halbfinale mussten wir also gegen den Ersten der Gruppe 2, dem EHV Aue, ran. Diesmal gab es zum Glück keine zweistündige Pause und so entwickelte sich ein bis zum Schluss spannendes Spiel, was wir glücklicherweise mit einem Tor zu unseren Gunsten entscheiden konnten. Da Westhavelland ohne nennenswerte Gegenwehr gegen MTV Altlandsberg 10:5 gewinnen konnte, kam es zu einer Wiederholung des Gruppenspiels. Also die Revanche sozusagen. Vollständigkeitshalber sei noch erwähnt, dass Arnstadt im Spiel um Platz 5 mit 12:11 gegen Neubrandenburg gewann und anschließend Aue ebenfalls mit 12:11 gegen Altlandsberg den dritten Platz erobern konnte.

Um 16:30 war dann angerichtet für das Finale. Westhavelland gegen TSV Rudow. Die Tribüne der Halle war reichlich gefüllt und die Stimmung hätte kaum besser sein können. Beide Fanblöcke gaben ihr Bestes, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Pünktlich ging es also los und wir starteten mit einer sehr konzentrierten und stabilen Deckung, die kaum bis gar nichts zuließ. Immer wieder konnten Angriffsaktionen unterbrochen, Würfe des Gegners geblockt werden, sowie Abpraller zum Gegenstoß und somit zu einfachen Toren genutzt werden. Es schien in dieser ersten Hälfte, dass Westhavelland ihr Pulver bereits im Vorrundenspiel verschossen hatte und so gingen wir mit einem guten 5:2 Vorsprung in die letzten 12 Minuten. Diese sollten dann zu einem echten Krimi werden. Bei uns ging irgendwie nichts Gescheites mehr zusammen und so konnte sich Westhavelland Tor um Tor herankämpfen und sogar mit einem Tor in Führung gehen. 6:7 aus unserer Sicht der Spielstand wenige Sekunden vor Schluss, aber, wir waren im Angriff. Die gegnerische Abwehr mobilisiertes all ihre Reserven und es gelang ihnen immer wieder uns rechtzeitig zu stoppen, ohne dass wir Druck auf das Tor machen konnten oder gar gefährlich wurden. Und so kam es dann, dass wir 2 Sekunden vor Schluss einen Freiwurf auf der Halblinken Position zugesprochen bekamen. Und was haben wir gelernt von Dagur? Vier Leute in die Mauer und Addi dahinter. Und was macht Addi? Er versenkt das Ding im oberen rechten Eck. Bumm, Tor, Ausgleich, Siebermeter-Werfen. Danke Addi!

Nun galt es also 5 Schützen zu finden, die willens und in der Lage waren die Siebenmeter zu werfen. Auserkoren wurden Hutsch, Tibor, Kosche, Henry und Olaf. Keller ab ins Tor und es war angerichtet. Ach, eins noch. Ich hatte Keller vorher gesagt er soll alle 5 halten. Wollte nur sicher gehen, dass er das auch wirklich macht, manchmal kommt er auf die einfachsten Dinge nicht. Und hier nun in chronologischer Reihenfolge die letzten Aktionen des Spiels: Erster Wurf durch Hutsch. Tor! Erster Wurf des Gegners. Keller hält! Zweiter Wurf von Tibor, Tor! Zweiter Wurf des Gegners. Keller hält! Dritter Wurf von Henry. Tor! Dritter Wurf des Gegners und was soll ich sagen, Keller hält auch diesen dritten Wurf. Die anderen beiden mussten nicht mehr ran. 10:7 der Entstand für uns und es war vollbracht: erneut ostdeutscher Meister! Was folgte war eine ausgelassene Jubelarie sowohl auf dem Feld als auch im Rudower Fanblock.

Mit der richtigen Einstellung, dem Willen zum Sieg und einem Trainer, dem es immer wieder gelang uns auf den Gegner einzustellen, haben wir diesen Titel erkämpft. Leicht war es nicht, die anderen Mannschaften waren allesamt stark, umso mehr macht das Feiern und Genießen anschließend Spaß. Haben wir dann auch ausgiebig gemacht, sowohl vor der Halle also auch später beim Wasserturm-Fest mit zünftiger Live-Musik und dem ein oder anderen Bierchen.

Ein ganz besonderer Dank gilt unseren mitgereisten Fans, die „fan“tastische Stimmung auf der Tribüne gemacht haben. Sogar Vertreter der Tazmanian Devils haben den weiten Weg nicht gescheut. Nochmals herzlichen Dank für euren grandiosen Einsatz. So sind wir also wieder der Ausrichter dieser Veranstaltung im Jahr 2017. Wir freuen uns schon drauf und die Planungen können im Grunde schon wieder beginnen.

Ostdeutscher Meister sind: Harry, Uli, Keller, Wolle, Matze, Matzi, Kosche, Hutsch, Addi, Grali, Poock, Huwe, Tibor, Kretzsche, Henry, Hagi, Olaf, Axel und ein Haufen mitgereister Fans!

Axel