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Mal vollkommen unabhängig wie solche Spitzenspiele am Ende ausgehen, sind es doch genau diese Art von Spielen, auf die man sich freuen kann und sich das Schnüren der Handballschuhe lohnt. Die Verbandsliga hat nun mal leider qualitativ nicht jedes Wochenende knappe Handballspiele für uns zu bieten gehabt und unserem heutigen Gegner, der SG Preussen/Lira, wird es nicht anders ergangen sein. Nun kam es zum direkten Duell in gegnerischer Halle. Der Zweitplatzierte reist zum punktgleichen Drittplatzierten. Im Hinspiel teilte man sich noch die Punkte, heute jedoch sollte es einen Sieger geben. Aber der Reihe nach, denn bevor einer siegen kann, müssen 50 Minuten Handball gespielt werden und diese sollten spannend, emotional, kämpferisch, lautstark und am Ende knapp werden. Letzte Woche klagten wir noch über personelle Sorgen und auch die vergangene Trainingswoche konnte nicht optimal genutzt werden, da einige Spieler auf Grund von starker Grippe nicht trainiert hatten und heute direkt vom Krankenbett aufs Spielfeld gingen. Niklas Hauschild sollte zwar den Weg vom Bett in die Halle finden, aber war leider nicht fit genug, um gegen Preussen aufzulaufen und fehlte somit dem Team. Auch Florian Bahn ging angeschlagen ins Spiel und spielte 50 Minuten mit schmerzendem Fuß. Schön ist anders, aber es bestand kein Grund zur Beunruhigung, denn der Wille 2 Punkte aus gegnerischer Halle mitzunehmen war sehr groß und setzte zusätzlich die vielleicht fehlenden Kräfte frei.
Nun aber zum eigentlichen Spiel und auch das, sollte es in sich haben. Die Preussen-Anhänger stellten lautstark ihr Heimrecht unter Beweis und peitschten ihre Jungs auf der Platte nach vorne. Das Erreichen eines vernünftigen Vorsprungs zu Beginn, wie noch im Hinspiel, sollte uns nicht gelingen. Beim Stand von 3:3 waren schon gut 10 Minuten gespielt und fortan legten die Preussen eine 4:0 Serie hin, die uns fast verzweifeln ließ. Für diese Serie sind allerdings auch etliche Minuten ins Land gegangen, was der spätere geringe Halbzeitstand auch beweist. Es war die Halbzeit der beiden Abwehrreihen inklusive der Torhüter, die noch durch technisch gepfiffene Fehler und den vielen Fehlwürfen unterstützt wurden. Eigentlich konnte man zufrieden sein mit unserer Abwehr, denn aus dem Positionsspiel heraus ließen wir kaum was zu. Wir kassierten jediglich zu Beginn 2 Siebenmeter und 2 Tempogegenstöße, mit den anderen 4 und den somit insgesamt 7 Gegentreffern in Halbzeit eins konnten wir leben. Das Manko war unser eigener Angriff, der nach 25 Minuten nur 6 Tore geworfen hatte, von denen 2 ebenso vom Punkt erzielt wurden. Nun könnte man meinen die Preussen stellten eine fantastische Abwehr hin. Mit Sicherheit stand eine aufmerksame Abwehr da, aber sie wurde schlichtweg kaum mit unseren ideenlosen Angriffen gefordert. Ohne Geduld suchten wir den Abschluss, nahmen uns Würfe, die meist zu früh kamen und dem entsprechend auch unplatziert den Schlussmann der Preussen fanden, bei dem man neidlos anerkennen muss, dass dieser einen fantastischen Tag erwischt hatte. Mitte der ersten Halbzeit spitzte sich die Situation im Spitzenspiel zu. Preussens bester Angreifer sollte im Sprintduell gegen Rudows Antonio Fiorenza von der Seite, auf Höhe der Mittellinie, attackiert werden. Eine Berührung war ohne Frage da, aber ebenso ein sauberes Herausspielen des Balles. Nur das Hinfallen des Preussen Spielers, mit der Konsequenz beinahe gegen den Kampfgerichtstisch zu rutschen, ließ die Situation schlimmer aussehen als sie war und ließ die Halle zeitweise sehr hoch kochen und im Eifer des Gefechts die Handlungen der gegnerischen Trainerbank entgleisen. Anstatt sich um den stürzenden Spieler zu kümmern, stellte man sich drohend vor den vermeidlichen Rudower Übeltäter, den viele durch seine angeblich unsportlichen Aktion gerne mit der Roten Karte des Feldes verwiesen hätten. Resultat war eine 2 Minuten Strafe und der Fakt dass die Aktion inklusive der gefallenden Wörter, der gegnerischen Trainerbank, vollkommen Fehl am Platze war. Kurz vor dem Halbzeitpfiff beim 7:3 Zwischenstand, konnte man eine kleine durchhängende Phase bei den Rudowern erkennen. Motivationstalent Tim Bielzer ergriff den Mut und erzielte 2 wichtige Treffer aus dem Rückraum, ebenso holte er die zu Beginn, wichtigen beiden verwandelten Siebenmeter, vom Kreis heraus. Der knappe 7:6 Halbzeitstand weckte wieder den Ehrgeiz bei den Jungs. Das hätte durchaus ein negatviver Schlüsselmoment für uns werden können, doch zum Glück kamen wir zurück ins Spiel und die Jungs gaben sich nicht auf. Man nahm sich viel vor für den zweiten Durchgang, in dem uns auch gleich zu Beginn der langersehnte Ausgleich zum 7:7 gelangen sollte. Die Führung jedoch sollte uns lange Zeit nicht gelingen. Es waren immer wieder die Preussen, die ein bis zwei Tore vorlegen konnten. (9:7; 11:9). Unser Angriffsspiel wurde besser und auch die Dinge, die in der Kabine angesprochen wurden, wurden nun besser umgesetzt. Bis zur Mitte der 2. Halbezeit liefen wir ein wenig hinterher. Wir konnten immer dran bleiben und zeigten eine super kämpferische Leistung, aber es fehlte das gewisse Etwas. Eine schlechte Ausbeute vom Siebenmeterpunkt kam hinzu und der gegnerische Torwart Niklas Janku schien phasenweise sein Tor zu vernageln. Beim 12:12 dann endlich ein kleiner Wendepunkt. Durch das ständige Kämpfen und nicht aufgeben, wenn man mal hinten ein Tor rein bekam, brachte sich das Rudower Team in knappe Führung. Eine Führung die uns seit dem 1:2 Zwischenstand ganz zu Beginn, nicht mehr gelungen war. Es zeichnete sich nun auch deutlich ab, dass keine der beiden Mannschaften am Ende mit einem 3-4 Torevorsprung gewinnen wird. Es blieb unheimlich laut und spannend in der Halle. Würde man sich wieder die Punkte teilen ? Beide Teams schienen was dagegen zu haben. In den letzten 5 Minuten kam es immer wieder zum Unentschieden. (13:13; 14:14; 15:15). Marvin Müller auf Rudower Seiten, der Haui sehr gut vertreten konnte, machte im Spiel nur 2 Tore, aber diese zu einem sehr wichtigen Zeitpunkt dieser Partie. Der Siegeswille der Truppe hat gepasst wurde sicherlich auch teilweise durch das Rumgehüpfe der gegnerischen Trainerbank, die sich freute wenn wir verworfen hatten, verstärkt. Pascal Krüger gab dann ebenso kurz vor dem Ende die passenden Antworten, in dem er den Ball im Tor versenkte und Rudow auf Kurs hielt. Am Ende sollte es der Siegeskurs werden, denn die Führung zum 16:17 knapp 30 Sekunden vor dem Ende, gaben wir nicht mehr ab. 2 wunderschöne Punkte, die uns in gegnerische Halle ausgiebig feiern ließen und uns einen großen Schritt, Richtung Vizemeisterschaft, gebracht haben.
Nun geht es gleich weiter mit den Spitzenspielen. Kommendes Wochenende treffen wir auf die SG Spandau/Füchse. Anpfiff: 13 Uhr ? Neuhofer Straße.
Tor: Lendrat / Scharfenberg
Feld: F.Bahn (2), T.Bielzer (2), D.Brandes, P.Brunk, F.Buchwald (1), A.Fiorenza (4), A.Hallmann (1), P.Krüger (5), M.Müller
geschrieben von: Schulz, Sebastian am 22.02.2012 um 21:02















