Vierte Männer verpassen Pokalüberraschung

Phrasen wie – der Pokal hat seine eigenen Gesetze – pp werden ja jedes Mal gedroschen, doch komischerweise stimmt es auch.

Hat man sich im zurückliegenden Ligaspiel quasi abschlachten lassen, so erwartete die Zuschauer beim Pokal eine ganz andere Mannschaft, der Einsatz, der Wille, der Kampf und die Spielfreude waren wieder da und es lohnte sich tatsächlich, sich auch mal ein spiel der 4. Männer in der Neuhofer anzuschauen.

Turnsport 11 war der Gast, eine Truppe aus der Landesliga, ist ja nur eine Liga höher…naja, ich erwartete nun wirklich keinen Sieg, hoffte aber zumindest darauf, dass es nicht solch Debakel wie gegen die SG Narva würde.

Das Spiel startete furios, meine Mannen legten los wie die Feuerwehr, erster Angriff, erstes Tor, ich hatte noch geunkt, dass es gut ist den Anwurf zu haben, Tor werfen und Spielabbruch erzwingen ;-)…

Tim durfte den erzwungenen Siebenmeter zur Führung nutzen.

Hinten starteten wir in einer mehr offensiv ausgerichteten 6:0 Abwehr und taten daran auch recht gut, wie sich zeigen sollte.

Den ersten gegnerischen Angriff konnten wir abwehren und im Gegenzug erneut selber netzen, wieder war es der Tim, der an diesem Samstag seinen Sahnetag hatte.

Die ersten drei Rudower Treffer gehörten Tim.

Aber so langsam fand dann auch Turnsport in das Spiel und konnte sich, zuvor immer nah dran bleibend, beim Stand von 5:6 erstmals in Front bringen.

Nun schien das Spiel zu kippen und sich zu Gunsten des Favoriten zu drehen, über 6:6 setzten sich die Turnsportler dann auf einen komfortablen und scheinbar ruhigen Vorsprung von 7:11 und 10:15 ab.

Um den freien Fall zu bremsen nahm ich die Auszeit und es sollte sich lohnen, kurz noch einmal umgestellt, daran erinnert, dass nur das mannschaftliche Spiel zum Erfolg führen kann, gingen wir in die letzten Minuten der ersten Halbzeit.

Und die nächsten vier von fünf folgenden Treffern waren die unseren, so kamen wir wieder ran und schnupperten Morgenluft.

Mit einem respektablen 15:17 ging es in die Kabine.

Die nunmehr länger schon als 3:2:1 fungierende Abwehr war noch nicht so ganz das A und O aber es ging, mit Tobias Schepen vom Gegner kamen wir einfach nicht klar, der war körperlich zu überlegen und dazu noch schnell genug, um die Halben meiner Abwehr auszuwackeln.

Dazu kam mit Paul Behrens noch der andere Halbe, der, wie auch Tobias Schepen, zehn Tore erzielen konnte, der uns das Leben ordentlich schwer machte.

Aber es war ja irgendwie auch zuvor zu erwarten, Abwehr ist ja nicht so unser Ding.

Doch gerade die sollte sich noch zeigen im Spiel und dazu beitragen, dass wir im Spiel blieben.

Mit dem Wiederanpfiff des Spiels gingen sie auch sofort los, unsere kleineren Problemchen.

Die Pause schien den Turnsportlern besser geschmeckt zu haben als uns.

Sofort gerieten wir wieder vier Tore in Rückstand, wieder schien es, als wäre er nun gezogen, der Zahn des Kampfes und des Dagegenhaltens.

Aber nö, meine Mannen hatten noch Bock und Lust darauf, sich an diesem Spielchen zu beteiligen, wir kamen noch einmal auf ein 18:20 heran, bevor es dann deutlich wurde.

Bis zum 18:25 gelang uns gar nichts mehr, fahrige Abschlüsse, löchrige Abwehr und unnötige Ballverluste, brachten die Turnsportler immer wieder in den Ballbesitz und zu einfachen Torabschlüssen.

Beim Stand von 21:27 nahm ich die Auszeit, kurzes Anwecken, grundsätzlich konnte man mit der Leistung bis dahin ja schon ganz zufrieden sein und das wollte ich nicht zerstören lassen, indem es dann hinten heraus doch ne Abfuhr würde.

Und wieder fruchtete es, wir wurden in der Abwehr noch ein kleines Stückchen offensiver und nahmen den Rückraum deutlich früher an.

Die3se Maßnahme reichte schon, um den Angriffsfluss zu unterbrechen und uns den Ball erhaschen zu lassen.

Fehler um Fehler machten nun die Turnsportler und wir nutzten es mit geradlinigem und schnellen Spiel Richtung Tor aus.

So will ich das sehen, auf Lücke gehen und wenn dann eine da ist auch volle Kanne dort durch.

Nun wackelten die Turnsportler und glaubt mir, sie hatten sogar richtig Glück.

Zuerst ein Pfostenwurf von Bierhals und dann noch einer von Christoph Leppin verhinderten den Ausgleich.

Aber der Reihe nach.

Die letzten drei Minuten brachen an und wir lagen fünf Tore zurück.

Offene Manndeckung -WIR- die eigentlich ja nicht decken können.

Doch den Turnsportlern war es wohl doch ein Dorn im Auge, nach dem Stand von 28:33 kam nichts mehr von ihnen, Schnelle Ballverluste und ungenaue Torwürfe ermöglichten es uns in diesen drei Minuten noch sage und schreibe fünf Mal auf das Tor der Turnsportler werfen zu dürfen.

Tor, Tor, Pfosten von Bierhals, Tor und Pfosten von Chris…fast hätte es den Ausgleich gegeben, aber eben nur fast.

Und wenn am Ende eine Mannschaft auf der Anzeigentafel ne höhere Zahl hat, als die andere, so ist diese dann wohl auch Gewinner.

Turnsport hat nicht unverdient gewonnen, musste dafür aber ganz schön kämpfen und meine Mannschaft hat eine überdurchschnittlich gute Leistung erbracht, insbesondere im Teamplay und im Kampf war es sehr überzeugend, weiter so und die Stadtliga ist zu halten.

Neben Tim, der immer anspielbereit war und auch im Deckungsverbund als Innenblock, respektive Hinten Mitte oftmals im Zentrum des Geschehens seinen Mann zu stehen hatte, überzeugten auch noch Lemke, Janry und Lukas mit solider Leistung.

Chris musste erst zum Werfen aufgefordert werden, zeigte dann aber, dass er wohl im Rudower Dress nun angekommen ist.

Mit vier Treffern und einem starken druckvollen Angriffsspiel hat er vieles richtig gemacht an diesem Samstag.

Beide Torhüter machten einen ordentlichen Job konnten sich aber seltener auszeichnen, als in den Spielen zuvor.

Wenn nun die Torausbeute ein wenig breiter gewesen wäre, ach egal, ich bin zufrieden mit den Jungs, das war Handball mit Leidenschaft und mit Spaß.

(Halbzeit 15:17; Endstand 31:33)

Aufstellung:

Roman und Jojo

Keil; Tobsz; Lemke 6; Chris 4; Bierhals 1; Felix; Peter; Tim 11/5; Lukas 4; Janry 5; Ricardo