„Alten Herren“ – Eine Zwischenbilanz.

 

Also eigentlich bin ich ja King Size Fan, aber nur bei Fernsehern und Getränkegebinden. Handball in drei Mannschaften macht aus meiner Sicht und aus Sicht meines Körpers gar keinen Sinn. Und weil es keinen Sinn macht, sind wir jetzt auch verletzt, alle, also fast alle. Wundert ja auch nicht. Da rennen wir jedes Wochenende von Halle zu Halle und das nur aus einem Grund: Harry hat mal wieder nicht zugehört, als wir gesagt haben, wir können nur ein Spiel. Oder er nimmt uns nicht Ernst. Ich hab es noch nicht rausgefunden. Bin aber dran an der Sache.

Nun ist also Weihnachten, die Hinrunde beendet und somit Zeit für eine Zwischenbilanz. Zwei Beobachtungen. Erstens: wir haben insgesamt 26 Spiele absolviert. Das schaffen neben den Champions-League Teilnehmern nur die College Footballer in den USA. Und beides ist mir persönlich lieber, da ich in beiden Fällen zu Hause auf meiner Couch sitzen und Erdnüsse mit Currywurstgeschmack essen kann. Schmecken übrigens nur am Anfang eklig. Ab der zweiten Dose geht’s. Apropos Zweitens: wir sind nur bei 2 von 4 Wettbewerben an der Spitze. So nüchtern und dennoch ungewohnt sieht die Sachlage aus.

Im Pokal war uns die Losfee nur in der 1. Runde mit einem Freilos hold. In der Zweiten bescherte sie uns mit der SG Ajax/Altglienicke einen Verbandsligisten. Da fehlte dann nicht nur bei der Auslosung etwas Glück, sondern auch am Ende des Spiels. Verloren haben wir dann mit 27:28. Nix mit Final-4. Mal wieder nicht. Vielleicht sollten wir diesen Wunsch von unserer Liste streichen. Gesundheitlich wäre das sicherlich eine Bereicherung. Aber bleiben wir gedanklich bei den 4. Männern. Nach dem Aufstieg im letzten Jahr halten wir uns im Bezirksligabetrieb ebenfalls schadlos. Mit 22:0 Punkten und +128 Toren gibt es nicht wirklich eine ernstzunehmende Konkurrenz. Man wurschtelt sich so durch die Spiele, mit ständig rotierendem Kader. Da darf dann auch jeder mal ran. Klingt fast wie eine Belohnung, ist aber keine, höchstens vielleicht für den Nachwuchs.

Die ganz Alten versammeln sich hin und wieder zum Ü40 Geplänkel. Viel mehr ist das eigentlich nicht. Schließlich wurde das letzte Spiel seitens des Gegners zur Halbzeit beim Stand von 26:3 in beiderseitigem Einvernehmen abgebrochen. Das Spiel hätte der Gegner wahrscheinlich nicht mehr gedreht, also zumindest glaub ich nicht daran. Eine Mannschaft bereitet uns aber durchaus Kopfzerbrechen. Die SG Ajax/Altglienicke. Die haben ihre Ü32 umgemeldet und spielen jetzt Ü40. Haben wir dann auch gleich mal verloren mit 20:24 und sind abgerutscht auf den zweiten Tabellenplatz. Sehr frustrierend und ich darf an dieser Stelle mal Lukas Podolski zitieren: „Wir müssen jetzt die Köpfe hochkrempeln – und die Ärmel auch.“

Bleibt noch die Ü32. Dritte Mannschaft, die wir aus unserem schier unerschöpflichen Pool von Handballbesessenen bedienen. Ziel hier: zum siebten Mal in Folge Berliner Meister werden. Bislang läuft das alles nach Plan. Keines der bisherigen 8 Spiele verloren. Sogar das Spiel gegen die Füchse, nach einer sehr guten Mannschaftsleistung und einem Addi in Hochform, konnte gewonnen werden. Somit 16:0 Punkte und +51 Tore. Jetzt nur noch die Rückserie alles gewinnen und dann haben wir es geschafft. Diese Weisheit stammt übrigens nicht von Lukas, sondern von Harry.

Nach drei Monaten und 26 Spielen dürfen wir uns nun kurz erholen. Knochen durchzählen, Schmerzen behandeln und Erdnüsse mit Currywurstgeschmack auf der Couch essen. Bis es dann im neuen Jahr wieder weitergeht. Rückrunde überstehen und weitere 4 Monate nach dem Sinn suchen.

Apropos Sinn, in diesem Sinn wünschen die alten Herren allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Gruß – Axel