3. Männer hat die weiße Weste an

Letzte Saison waren wir noch die 4. Mannschaft. Dank des Aufstieges in die Stadtliga bei gleichzeitigem Abstieg der 3. Männer aus eben dieser, sind wir nun plötzlich die 3. Mannschaft. Ein Glück steht auf den Trikots nur der Vereinsname, so konnten wir die wenigstens behalten.

Die Frage war nun, ob sich unsere Siegesserie auch in der Stadtliga fortsetzen würde, immerhin ist die Mannschaft seit ihrer Gründung vor gut zwei Jahren immer noch Verlustpunktfrei. Harry hat wie immer mahnende Worte an uns gerichtet und sich akribisch auf unsere Gegner vorbereitet, aber irgendwie wollten wir – wie immer – nicht viel davon hören. Also eigentlich alles beim Alten. Nur eines nicht: Im Gegensatz zu den Spielen der Ü32 oder Ü40 dürfen wir in der 3. ja Spieler jeden Alters einsetzen. So spielt der liebe Marius schon seit einiger Zeit bei uns mit und neuerdings hat sich auch Dominic dazu gesellt.

Im ersten Spiel ging es zu Hause gegen Borussia Friedrichsfelde und wir mussten feststellen, dass die Jungs in dieser Liga doch schon etwas besser und schneller Spielen als noch in der Bezirksliga. Und da wir uns anfänglich viel zu sehr mit dem etwas unkonventionell pfeifenden Schiedsrichter beschäftigten, lagen wir gleich mal ordentlich hinten. Nach der ersten Auszeit und erneuten Mahnungen von Harry – und diesmal hörten wir zu – klappte es dann zusehends besser. Wir kämpften uns Tor für Tor heran und konnten kurz vor der Pause sogar erstmalig in Führung gehen. Die Halbzeitansprache war dementsprechend und wir wussten dass wir noch eine Schippe drauflegen mussten. Das gelang uns auch und so konnten wir uns langsam aber sicher absetzen. Am Ende stand dann doch der erwartete Sieg mit 27:21 auf der Anzeige und alles war im Lot.

Ein Woche später reisten wir dann in den hohen Norden zum HC Pankow. Da unsere Ü40 parallel gegen den mit abstand stärksten Liga-Konkurrenten aus Köpenick spielte und etliche weitere Spieler aus gesundheitlichen, beruflichen, „urlaubischen“ oder sonstigen Gründen verhindert waren, musste Harry schon am zweiten Spieltag etwas würfeln. Mit relativ dünner Besetzung – zum Glück nur quantitativ – ging es also ins Spiel und im Gegensatz zum ersten Spiel waren wir diesmal von Beginn an hellwach. Der Start war auch gleich mal kurios, denn nach überstandener Abwehraktion startete Hagi zum Konter, bekam den Ball, wurde gefoult und der gegnerische Spieler sah die Rote karte. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel noch keine Minute alt. Es war kein böses Foul aber dennoch war die Entscheidung der sehr gut pfeifenden Schiris sicher vertretbar. Das Spiel selbst war recht intensiv, aber wir konnten uns dank guter Abwehr und eines sicher treffenden Dominics schon früh ein sicheres Polster herausspielen und mit in die Halbzeit nehmen. Auch in der zweiten Hälfte wechselten wir mit den wenigen Rückraumspieler konsequent durch, so dass wir das Tempo des Gegners jederzeit gut mitgehen konnten. Als die Führung Mitte der der zweiten Halbzeit dann auf rund 10 Tore angewachsen war, schalteten wir einen Gang runter und spielten unseren Vorsprung ruhig nach Hause. Am Ende hieß es 23:30 und alles war im Lot.

Der dritte Spieltag brachte die 2. Vertretung aus Spandau in unsere Halle. Und da deren 1. nur einen Tag zuvor gegen unsere 1. gewonnen hatte, wollten wir schnell klar machen, dass die Punkte an diesem Tag in Rudow bleiben würden. Unser Gegner war eine (fast) durchweg extrem junge Truppe, selbst der etwas ältere Keeper (Jürgen Kozzam) konnte den Altersschnitt seiner Mannschaft nicht über die 50%-Marke ziehen im Vergleich zu unserem Durchschnittsalter. Bei uns fiel der einzige Jungbrunnen Dominic leider aus, dafür gab Lars Schneegaß sein Debüt in unseren Reihen und fügte sich gleich prächtig ein. In den ersten 15 Minuten sahen die Zuschauer ein sehr schnelles Spiel, welches auf beiden Seiten mit „bescheidenen“ Abwehrleistungen aufwartete. So stand es nach 15 Minuten 8:8, bevor es uns mit ein Paar Umstellungen gelang, unsere Abwehr deutlich zu stabilisieren. Da wir vorne weiterhin gut trafen, konnten wir uns folgerichtig einen Vorsprung herausspielen. Zur Pause stand eine dann doch recht komfortable 16:11 Führung auf der Tafel. Uns war aber durchaus bewusst, dass die junge Spandauer Mannschaft das Spiel noch lange nicht abgehakt hatte und versuchen würde, uns mit hohem Tempo aus dem Konzept zu bringen. Wir waren aber gleich zu Beginn des zweien Durchganges vieler voll im Spiel und so gelang es uns, unsere Führung weiter auszubauen. Beim 21:13 nach gut 40 Minuten hatten wir uns ein recht sicheres Polster erarbeitet. Gewonnen war das Ding aber immer noch nicht. Dank etlicher unnötiger Zeitstrafen machten wir uns das Leben plötzlich selber schwer und Spandau schöpfte erneut Hoffnung. Nun agierten die Gäste auch noch mit Manndeckungen gegen ein bis zwei unserer Rückraumspieler und tatsächlich kamen wir etwas aus dem Tritt, was zu technischen Fehlern und Fehlwürfen führte. Spandau konnte dies aber nur bedingt nutzen, auf weniger als 4 Tore konnten sie den Abstand nicht verkürzen. Die Schlussphase war dann eher unansehnlich, aber ausgeglichen, wir schaukelten das Spiel letztlich ungefährdet und verdient mit 30:25 nach Hause und es zeigte sich erneut, dass sich „Klasse eben durchsetzt“.

Fazit: Die weiße Weste haben wir uns erhalten, auch mit wechselnden Besetzungen ist es uns bisher gut gelungen, uns gegen die deutlich jüngeren Gegner zu behaupten. Am Sonntag kommt es nun zum Spitzenspiel gegen die 2. Mannschaft von Rotation Prenzlberg, die ebenfalls noch ohne Verlustpunkt da stehen. Mal sehen, wie es weiter läuft…

 

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